Was ist eine Recyclingfähigkeitsbewertung?

Heute noch überwiegend freiwillig, künftig im Rahmen der PPWR zunehmend relevant: Eine Recyclingfähigkeitsbewertung bewertet die Recycelbarkeit einer Verpackung anhand festgelegter Kriterien und zeigt mögliche Optimierungspotenziale auf.

Sie stellt jedoch nur einen Teil der Gesamtbewertung einer Verpackung dar. Eine hohe Bewertung bedeutet nicht automatisch regulatorische Konformität, während eine niedrigere Bewertung nicht zwangsläufig auf eine unzulässige oder ungeeignete Verpackung hinweist.

Was ist eine Recyclingfähigkeitsbewertung?

Eine Recyclingfähigkeitsbewertung ist ein systematisches Verfahren zur Beurteilung, wie gut eine Verpackung nach ihrer Nutzung gesammelt, sortiert und recycelt werden kann.

Hierfür werden verschiedene Eigenschaften der Verpackung betrachtet und anhand festgelegter Kriterien bewertet. Ziel ist es, mögliche Hindernisse für den Recyclingprozess zu erkennen und Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen.

Die Bewertung bezieht sich dabei grundsätzlich auf die gesamte Verpackung beziehungsweise Verpackungskombination und nicht ausschließlich auf einzelne Materialien.

Bewertungsbereich Typische Fragestellungen
Materialien Welche Materialien werden eingesetzt und sind diese grundsätzlich recyclingfähig?
Monomaterial oder Verbund Besteht die Verpackung aus einem Material oder aus mehreren miteinander verbundenen Materialien?
Trennbarkeit Können einzelne Bestandteile vor dem Recycling getrennt werden?
Etiketten und Klebstoffe Beeinflussen Etiketten, Sleeves oder Klebstoffe die Sortierung oder das Recycling?
Druckfarben und Beschichtungen Können Druckfarben, Lacke oder Beschichtungen den Recyclingprozess beeinflussen?
Barrieren und Zusätze Werden funktionale Schichten oder Additive eingesetzt, die die Recyclingfähigkeit beeinflussen können?
Vorhandene Recyclingwege Existieren geeignete Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen für die jeweilige Verpackung?

Wichtig: Eine Recyclingfähigkeitsbewertung ist keine Aussage darüber, ob eine Verpackung „gut“ oder „schlecht“ ist. Viele Verpackungen erfüllen wichtige Funktionen wie Produktschutz, Hygiene, Haltbarkeit oder Lebensmittelsicherheit, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Eine niedrige Bewertung bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Verpackung unzulässig ist. Umgekehrt bedeutet eine hohe Bewertung nicht automatisch, dass sämtliche regulatorischen Anforderungen erfüllt sind.

Da unterschiedliche Bewertungsmethoden und Organisationen teilweise unterschiedliche Kriterien anwenden, können die Ergebnisse je nach Bewertungsmodell voneinander abweichen.

Bezug zur PPWR: Die Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) sieht künftig Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen vor. Die konkreten Bewertungsmethoden und Einstufungskriterien werden jedoch schrittweise durch weitere Rechtsakte konkretisiert.

Aktuelle Recyclingfähigkeitsbewertungen können daher eine wichtige Orientierung bieten, entsprechen jedoch nicht zwangsläufig einer späteren offiziellen Einstufung nach den künftigen PPWR-Kriterien.