Welche Pflichten habe ich als Abfüller?
Was muss ich als Abfüller hinsichtlich PPWR beachten?
Als Abfüller sollten Sie sich frühzeitig mit den Anforderungen der PPWR beschäftigen. Die Anforderungen an Verpackungen, Dokumentation, Nachweise und Rückverfolgbarkeit werden in den kommenden Jahren deutlich steigen.
Wichtig ist dabei: Bewertet wird in der Praxis nicht nur das einzelne Verpackungsmaterial, sondern die fertige Verpackungskombination, mit der Ihr Produkt an die nächste Stufe der Vertriebs- oder Lieferkette weitergegeben wird.
Zur finalen Verpackung können neben Bechern, Eimern, Folien oder Deckeln auch Etiketten, Kleber, Druckfarben, Beschichtungen, Barrieren, Verschlusssysteme, Umverpackungen oder weitere funktionale Bestandteile gehören.
| Thema | Was Sie als Abfüller prüfen sollten |
|---|---|
| Verpackungsübersicht | Erstellen Sie eine strukturierte Übersicht aller Verpackungen, die Sie für Ihre Produkte einsetzen. Dazu gehören Primärverpackungen, Deckel, Folien, Etiketten, Trays, Kartons und weitere Verpackungsbestandteile. |
| Finale Verpackungskombination | Prüfen Sie nicht nur einzelne Materialien, sondern die fertige Kombination. Beispiel: Aufstrich im PP-Feinkostbehälter mit PET-Deckel, Papieretikett und zusätzlichem Kartontray kann als gesamte Verpackungskombination relevant sein. |
| Materialien und Komponenten | Erfassen Sie, welche Materialien eingesetzt werden, ob Verbundmaterialien vorhanden sind und welche Komponenten direkten Lebensmittelkontakt haben. |
| Verpackungsminimierung | Prüfen Sie, ob Verpackungen reduziert oder optimiert werden können. Die Schutz-, Hygiene-, Lager- und Transportfunktion darf dadurch jedoch nicht beeinträchtigt werden. |
| Recyclingfähigkeit | Berücksichtigen Sie Materialarten, Materialkombinationen, Trennbarkeit, Beschichtungen, Barrieren, Druckfarben und Etiketten. Besonders relevant sind Kombinationen unterschiedlicher Materialien. |
| Stoffbeschränkungen | Prüfen Sie vorhandene Aussagen und Nachweise zu PFAS, BPA, Phthalaten, Schwermetallen, REACH und SVHC-Stoffen. Relevant ist dabei immer der konkrete Einsatzbereich der Verpackung. |
| Dokumentation | Sammeln und verwalten Sie Konformitätserklärungen, Datenblätter, Spezifikationen, Zertifikate und vorhandene regulatorische Herstellerinformationen. |
| Plausibilitätsprüfung | Dokumente sollten nicht nur abgelegt, sondern auch auf Vollständigkeit, Aktualität, Nachvollziehbarkeit und Widerspruchsfreiheit geprüft werden. Ein vorhandenes Dokument bedeutet nicht automatisch, dass alle Risiken ausgeschlossen sind. |
| Dokumentenmanagement | Legen Sie fest, wo Dokumente gespeichert werden, wer dafür verantwortlich ist, wie Ablaufdaten überwacht werden und in welchen Intervallen Unterlagen überprüft werden. |
| Rückverfolgbarkeit | Stellen Sie sicher, dass Verpackungen, Chargen, Lieferanteninformationen und relevante Dokumente nachvollziehbar zugeordnet werden können. |
| Kunden- und Behördenanfragen | Bereiten Sie sich darauf vor, Kunden- und Behördenanfragen strukturiert beantworten und relevante Unterlagen nachvollziehbar bereitstellen zu können. |
| Interne Verantwortlichkeiten | Legen Sie fest, wer im Unternehmen für Verpackungsdaten, Dokumentenprüfung, Lieferantenkommunikation und regulatorische Themen zuständig ist. |
| Nächster Schritt | Praktische Umsetzung |
|---|---|
| Verpackungen erfassen | Liste aller eingesetzten Verpackungen und Verpackungskombinationen erstellen. |
| Materialien zuordnen | Materialien, Komponenten und Lieferanten je Verpackung dokumentieren. |
| Dokumente sammeln | Konformitätserklärungen, Datenblätter, Spezifikationen und Zertifikate strukturiert ablegen. |
| Risiken bewerten | Unvollständige Unterlagen, kritische Materialien oder widersprüchliche Angaben kennzeichnen. |
| Ablaufdaten überwachen | Gültigkeit und Aktualität von Dokumenten regelmäßig prüfen. |
| Rückverfolgbarkeit sichern | Verbindung zwischen Produkt, Verpackung, Charge, Lieferant und Dokument herstellen. |
| Prozesse festlegen | Verantwortlichkeiten, Prüfintervalle und Eskalationswege definieren. |
Bikapack unterstützt Sie dabei, vorhandene Herstellerinformationen und verfügbare Dokumente zu den gelieferten Verpackungsprodukten strukturiert bereitzustellen. Dazu zählen beispielsweise Konformitätserklärungen, Datenblätter, Produktspezifikationen, Zertifikate und vorhandene Aussagen zu Stoffbeschränkungen oder Recyclingfähigkeit.
Die Bewertung Ihrer konkreten Verpackungsanwendung, Ihrer finalen Verpackungskombination und Ihrer Rolle in der Lieferkette liegt jedoch bei Ihrem Unternehmen. Besonders bei kombinierten Verpackungen, zusätzlichen Etiketten, Klebern, Trays oder Umverpackungen kann eine eigene strukturierte Betrachtung erforderlich sein.
Hinweis: Diese Information dient als praktische Orientierung und stellt keine Rechtsberatung dar. Die PPWR wird in vielen Bereichen noch konkretisiert. Für eine verbindliche rechtliche Bewertung sollten Sie bei Bedarf Ihre Rechtsberatung, zuständige Behörden oder relevante Fachverbände einbinden.