Sind Kunststoffbehälter, Eimer und Becher flüssigkeitsdicht?

Viele unserer Kunststoffbehälter, Eimer und Becher sind bei ordnungsgemäß aufgesetztem Deckel für flüssige Füllgüter geeignet. Ob ein Behälter in der konkreten Anwendung ausreichend flüssigkeitsdicht ist, hängt jedoch vom jeweiligen Behälter-Deckel-System, vom Füllgut sowie von den Abfüll-, Lager- und Transportbedingungen ab.

Für eine zuverlässige Abdichtung ist insbesondere ein korrekter Sitz des Deckels entscheidend. Die Verschluss- und Schnappränder sollten beim Verschließen sauber und trocken sein. Befinden sich Flüssigkeit oder Produktreste zwischen Behälterrand und Deckel, kann die Abdichtung beeinträchtigt werden und Füllgut austreten.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Ölen, Fetten und ölhaltigen Füllgütern erforderlich. Solche Produkte können aufgrund ihrer Fließeigenschaften auch in sehr kleine Spalten eindringen. Ein Behälter, der bei einer Prüfung mit Wasser dicht ist, muss deshalb nicht automatisch für jedes andere flüssige Füllgut unter allen Bedingungen ausreichend dicht sein.

Auch äußere Einflüsse können die Dichtheit beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Temperatur, Innendruck, mechanische Belastungen, Stapeldruck, Transportbewegungen sowie Veränderungen des Füllguts während Lagerung und Transport.

Wenn für eine Anwendung besonders hohe Anforderungen an die Dichtheit bestehen, kann je nach Verpackungssystem eine zusätzliche Versiegelung sinnvoll oder erforderlich sein. Ob eine Folien-, Induktions- oder andere Versiegelung möglich ist, hängt vom jeweiligen Behälter-Deckel-System ab.

Wichtig: Flüssigkeitsdichtheit ist nicht mit Gasdichtheit gleichzusetzen. Unsere Standardbehälter sind grundsätzlich nicht als gasdichte Verpackungen bzw. für Verpackungen unter modifizierter Atmosphäre (MAP) vorgesehen, sofern dies beim jeweiligen Produkt nicht ausdrücklich anders angegeben ist.

Wir empfehlen insbesondere bei flüssigen, öl- oder fetthaltigen sowie technisch anspruchsvollen Füllgütern, die Verpackung vor dem Serieneinsatz unter den tatsächlichen Bedingungen der gesamten Prozesskette zu testen – von der Abfüllung und dem Verschließen über Lagerung und Transport bis zur späteren Verwendung.

Flüssigkeitsdichtheit von Kunststoffbehältern – was ist zu beachten?

Einflussfaktor Was ist zu beachten? Empfehlung
Behälter und Deckel Die Dichtheit hängt vom Zusammenspiel des jeweiligen Behälter-Deckel-Systems und vom korrekten Sitz des Deckels ab. Nur den für den jeweiligen Behälter vorgesehenen Deckel verwenden und vollständig verschließen.
Verschlussrand Flüssigkeit oder Produktreste zwischen Behälterrand und Deckel können die Abdichtung beeinträchtigen. Verschluss- und Schnappränder vor dem Verschließen sauber und trocken halten.
Füllgut Öle, Fette und ölhaltige Produkte können aufgrund ihrer Fließeigenschaften auch in sehr kleine Spalten eindringen. Die Dichtheit immer mit dem tatsächlich vorgesehenen Füllgut prüfen.
Temperatur Temperaturänderungen können das Füllgut, den Innendruck und die mechanischen Eigenschaften der Verpackung beeinflussen. Prüfungen möglichst unter den später tatsächlich auftretenden Temperaturbedingungen durchführen.
Lagerung und Transport Stapelbelastung, Druck, Vibrationen, Stöße oder eine ungünstige Lage des Behälters können die Anforderungen an das Verschlusssystem erhöhen. Die komplette Lager- und Transportkette in die Eignungsprüfung einbeziehen.
Dichtheitsprüfung Prüfmethoden und Prüfbedingungen können sich je nach Hersteller und Verpackungssystem unterscheiden. Ein positives Ergebnis unter bestimmten Prüfbedingungen nicht automatisch auf jedes Füllgut und jede Anwendung übertragen.
Zusätzliche Versiegelung Je nach Behälter-Deckel-System kann eine zusätzliche Folien-, Induktions- oder andere Versiegelung die Dichtheit des Verpackungssystems verbessern. Bei hohen Dichtheitsanforderungen prüfen, welche Versiegelung für das konkrete Verpackungssystem vorgesehen und geeignet ist.
Gasdichtheit / MAP Flüssigkeitsdichtheit bedeutet nicht automatisch Gasdichtheit. Standardbehälter sind grundsätzlich nicht für Verpackungen unter modifizierter Atmosphäre (MAP) vorgesehen, sofern nicht anders angegeben. Für MAP- oder andere Anwendungen mit Anforderungen an die Gasbarriere eine ausdrücklich dafür geeignete Verpackungslösung verwenden.

Praxisempfehlung

Die Dichtheit sollte immer unter den tatsächlichen Anwendungsbedingungen geprüft werden. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere Füllgut, Abfülltemperatur, Verschließprozess, Lagerdauer, Lagertemperatur, Transport und mechanische Belastungen.

Besonders bei flüssigen, öl- oder fetthaltigen Füllgütern empfehlen wir einen Praxistest mit dem Originalfüllgut und dem vorgesehenen Behälter-Deckel-System vor dem Serieneinsatz.